Tutorial Gehalt verhandeln – 6 Tipps mit denen nichts schief geht

Johanna Kerber
9. Oktober 2018

Wie Sie sich auf Ihre nächste Gehaltsverhandlung vorbereiten und worauf Sie noch während des Gesprächs achten können, erzählen wir Ihnen in diesem Tutorial.

1. Vorbereitung ist mehr als die halbe Miete

  1. Sich zu Beginn bewusst zu machen, was mich zu einer Gehaltsverhandlung motiviert, ist essentiell für die Vorbereitung. Habe ich eine neue Position? Habe ich in letzter Zeit besonders viel geleistet? Diese Argumente werden die Gehaltsforderungen während des Gesprächs untermauern.
  2. Eine konkrete Gehaltsvorstellung zu haben ist ebenso wichtig wie zu wissen, welches Gehalt gar nicht geht. Bei einer Recherche im Internet kann man sich an branchenüblichen Richtwerten orientieren, die auch von Alter und Erfahrung abhängen.
  3. Auch auf mögliche Gegenargumente des Gegenübers kann man sich vorbereiten und sich überlegen, wie diese zu entkräften sind.

2. Selbstbewusst auftreten

  1. Ich gehe nicht ins Gespräch, um Almosen zu erbetteln, sondern um den Gegenwert meiner Arbeitsleistung zu erhalten.
  2. Bewusst auf die eigene Atmung und Haltung zu achten, vermittelt dem Gegenüber einen ruhigen und selbstbewussten Eindruck.
  3. Verbal stark bleiben, heißt den aktiven Part zu übernehmen und dem Gegenüber etwas anzubieten, statt etwas geboten bekommen. Die Verwendung des Konjunktiv wirkt dabei unsicher und nicht bestimmt genug – und ist daher zu vermeiden!

3. Aktiv zuhören

Das Gegenüber fühlt sich verstanden, wenn durch Rückfragen Bezug auf das Gesagte genommen wird. Rückfragen helfen ebenfalls dabei Floskeln zu entkräften, da das Gegenüber dadurch gebeten wird, die floskelhafte Formulierung noch einmal anders zu erklären.

Wichtiger Merksatz: Wer fragt, der führt.

4. Das letzte Angebot zählt, nicht das Erste

Es ist eine persönliche Ermessens-Entscheidung die eigene Gehaltsvorstellung zuerst zu nennen oder lieber auf das Angebot der Gegenseite zu warten. In der Regel hat das erste Angebot einen gewissen Ankereffekt, die folgenden Gehaltsverhandlungen drehen sich gewöhnlich um diesen Wert. Dennoch gilt das letzte Angebot, nicht das Erste. Daher machen Sie sich bitte nicht verrückt, wer das erste Angebot vorlegen sollte.

5. Flexibel bleiben

Wenn die Verhandlungen ins Stocken geraten, zeugt es von Kompromissbereitschaft sich auch auf alternative Incentives einzulassen. So kann man sich beispielsweise auf die Zahlung eines Kurses oder einer Weiterbildung einigen und dafür das Gehalt nicht so hoch ansetzen wie ursprünglich geplant.

6. Bis zum Schluss souverän bleiben

Kurz vor Ende der Verhandlungen kommt noch einmal Stress auf und man ist mangels weiterer Ausdauer und eines längeren Atems leicht geneigt sich mit einem Angebot zufrieden zu geben, das so nicht gewollt war. Bevor die Kaufreue dann zu spät kommt, nämlich sobald man aus der Tür raus ist, macht es im Gespräch Sinn, weitere Verhandlungen zu stoppen und zu einem späteren Zeitpunkt hier wieder anzusetzen.

Mit diesen Tipps gewappnet kann bei der nächsten Gehaltsverhandlung gar nichts mehr schief gehen. Wir wünschen Ihnen dafür viel Erfolg!


Johanna Kerber

Nach ihrem Studium der Soziologie und Kultur- und Sozialanthropologie in Wien und Paris hat Co-Founderin Johanna als Trainerin im arbeitsmarktpolitischen Kontext gearbeitet. Bei DreiKreis ist sie für die Bereiche Geschäftsführung, Sales und Finance verantwortlich. Neben ihrer Arbeit sind Johanna vor allem ihre Familie, die Natur und der Sport sehr wichtig.

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