Wie wir das Home-Office meistern (2)

Julie Ann Chan
22. April 2020

Vor ein paar Tagen berichteten wir darüber, wie unser Team hier bei DreiKreis sich die Tage im Home-Office einteilt, dass Organisation und klare Strukturen das Zusammenleben erleichtern, wenn eine ganze Familie zuhause bleibt. Wie wir mit den weiteren Herausforderungen umgehen, insbesondere mit der Abgrenzung zwischen Arbeitszeit und Privatleben und den emotionalen Folgen, stellen wir heute vor.

Afterwork, ganz allein?

Nach der Arbeit abzuschalten, ist für viele eine weitere Herausforderung im Home-Office. Wenn man nicht wie gewohnt physisch das Büro verlässt, um nach Hause zu fahren, kann es schwierig sein, ein konkretes Ende des Arbeitstages zu definieren. Wir schlagen hier vor, ein eigenes Ritual zu kreieren, dass den Übergang von Arbeit zum Privatleben deutlich abgegrenzt. Dies könnte ein kleiner Spaziergang oder Sport sein. Oder lesen Sie ein Buch, Magazin oder eine Zeitung – solange das Thema nicht arbeitsbezogen ist.

„Mein Arbeitstag hat sich zeitlich nicht so stark verändert“, sagt mir Account Managerin Martina Moser in einem Gespräch, „mein Tagesablauf ist weiterhin klar strukturiert, ich beginne zu einer ähnlichen Uhrzeit wie sonst, nur dass ich die Akquisecalls eben von meinem Küchentisch aus mache, anstatt vom Büro aus. Wenn ich keine Videokonferenzen habe, darf es dann schon auch einmal die Jogginghose anstatt der schönen Bluse sein“.
An sich ist Martina für das Home-Office also bestens ausgestattet, wäre da nur nicht der Tagesabschluss. „Es fällt mir recht schwer, den Arbeitstag im Home-Office auch einmal sein zu lassen“, gibt sie in unserem Gespräch zu, „Auch, wenn ich den Laptop am Tagesende zuklappe und wegstelle, ertappe ich mich immer wieder dabei, dann das Handy auf Mails oder Anrufe zu checken“. Eine Herausforderung, mit der aktuell viele kämpfen.
Ihnen wie Martina legen wir ans Herz: Gerade jetzt ist es wichtig, abends abzuschalten und wieder auf das Leben außerhalb der Arbeit zu schauen. Kochen Sie für sich, spazieren Sie eine Runde um den Block oder bereiten Sie sich – fast schon zeremoniell – eine Tasse Tee zu.

Wie wir das Home Office meistern 2
Den Arbeitstag abends sein zu lassen ist im Home-Office wichtiger denn je.

Isoliert sein bedeutet sich einsam fühlen? Das muss nicht sein!

Niemand von uns hat die Isolation gewählt. Es gibt viele Wege, trotzdem nicht in Einsamkeit zu verfallen. Natürlich kann es schwierig sein und vielleicht auch im Sinne der Produktivität nicht ratsam, ein Grundrauschen an Büro-Chat nachzustellen. Aber wie wäre es mit einer WhatsApp-Gruppe für den privaten Austausch? Vielleicht fallen Ihnen auch kleine Challenges ein, um einander zu motivieren. Auch Schönes miteinander zu teilen kann die Moral retten. Und manchmal kann es sogar hilfreich sein, einen Skype Anruf im Hintergrund laufen zu lassen, ohne dass man miteinander spricht. Auf diese Weise fühlt man sich vielleicht verbundener und mehr als Teil eines dynamischen Teams.

Auch wenn das Home-Office bei DreiKreis immer schon eine Option war, so haben doch viele unserer Mitarbeiter*innen das Büro in der Invalidenstraße vorgezogen.
„An sich arbeite ich gerne von zuhause aus, denn es ist sehr angenehm, dass ich mir den Weg in die Arbeit erspare und finde auch sonst viele positive Aspekte“, findet Kathrin Schönfelder, Assistentin der Geschäftsführung und Teil des Content-Teams, „die Büro-Atmosphäre mit den Kolleg*innen geht mir trotzdem sehr ab“.
Mit der Arbeitsmotivation im permanenten Home-Office hat Kathrin schon gehadert: „Ganz einfach ist mir die Situation zunächst nicht gefallen, aber damit war ich nicht allein. Mittlerweile habe ich wieder die Pomodoro-Methode für mich entdeckt: ich arbeite 25 Minuten konzentriert, und gebe mir dann wieder 5 Minuten Pause, am besten auch vom Bildschirm. Meine Arbeitseinheiten, so genannte Pomodori, teile ich häufig mit dem DreiKreis-Team, und freue mich, wenn sich – wie häufig passiert – jemand anschließen möchte“.
Außerdem verteilt Kathrin im internen DreiKreis-Chat gerne Fun Facts an das Team bei getaner Social Media-Arbeit, „Das mit den tiny incentives hat schon vor der Isolation begonnen, aber ich glaube, dass Fun Facts über Katzen, Pinguine oder PacMan im Moment noch ein wenig besser ankommen als sonst“.

Mehr Freiheit, größere Produktivität, weniger Stress

Wenn wir die Herausforderungen unseres unfreiwilligen Home-Office erfolgreich gemeistert haben, können wir die Situation ruhig genießen. Home-Office Veteranen, so wie ich, wissen, dass sie viel Arbeit in vergleichsweise geringer Zeit erledigen. Besonders im IT-Bereich, wo viele Aufgaben es erforderlich machen, sich lange und mit hoher Aufmerksamkeit auf Details zu fokussieren, können Arbeitnehmer*innen von einem ruhigeren Umfeld Zuhause profitieren, wo weniger Ablenkung wartet. Laute Kolleg*innen, die die Konzentration stören? Kein Problem im Home-Office.

Schon im Jus-Studium war ich hauptsächlich zum socialisen an der Uni und habe meine gemütliche Hamburger Wohnung zum Lernen vorgezogen. Es war einfacher, mich zu konzentrieren und ich habe effektiver arbeiten können. So war ich schneller fertig und konnte Kaffee trinken gehen.
Als ich später in London als Redakteurin im Verlag angestellt war, fiel mir bald auf, dass ein beträchtlicher Teil meiner Zeit im Büro „verloren“ ging, weil Ablenkungen dazwischenkamen. So machte ich mich selbständig und zog zurück ins Mobile-Office – nicht zuletzt, um viel Zeit auf Reisen zu arbeiten!

Statt in überfüllten Zügen und Bussen zur Arbeit zu fahren, könnten Sie die eingesparte Zeit nutzen, um vor und nach der Arbeit einen Spaziergang zu machen, oder sich anderweitig zu bewegen. Vorteil: Sie sparen Zeit und – möglicherweise – Geld und tun dabei etwas für Ihre Gesundheit und gute Laune.

Home-Office Expert*innen schätzen die Freiheit, die ihnen das Arbeiten von Zuhause gestattet. Anstelle eines fixen Zeitplans bietet es die Flexibilität, die Work-Life-Balance auf die eigenen Bedürfnisse abzustimmen. Zusätzlich spart man sich die Kosten für das tägliche Lunch-Take-Out und Feierabendbier. Warum nicht einfach abends für die nächsten drei Tage kochen und gesündere Mahlzeiten genießen.

Die Vorteile des Home-Office sind vielfältig. Und wenn doch mal die Decke mal auf den Kopf fällt: Dies ist unbestritten für alle eine schwierige Zeit.

Trotzdem:  Wir haben auch die Möglichkeit, unsere unfreiwillige Lage als Chance zu nutzen.  Aus der eigenen Erfahrung weiß ich, dass sich manchmal erstaunlich Wandlungen vollziehen können und im übelsten Schicksalsschlag großes Glück verborgen liegt. Ich fand mich vor 6 Jahren – gerade in Wien angekommen – plötzlich und für Jahre im Rollstuhl, weder wissend, ob ich je wieder normal leben, noch für meinen Unterhalt arbeiten können würde.
Ich kannte kaum jemanden und es war eine viel isoliertere Zeit als jetzt während Corona. Doch – und vielleicht zu meiner eigenen Überraschung – veränderte sich mein Blick aufs Leben, auf die Dinge, die wirklich zählen, nicht zuletzt auf mich selbst. Ich habe in diesen Jahren meine Mitte neu gefunden und entdeckt, dass es viel weniger braucht als ich dachte, um tiefe Zufriedenheit und Verbundenheit zu (er-)leben.

Vielleicht gibt es auch für Sie etwas Positives, was Sie dieser Zeit abgewinnen können? Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Lesen Sie hier den ersten Teil unseres Home Office-Ratgebers.


DreiKreis ist im Home Office.
Auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten sind wir uneingeschränkt für Sie da und können Sie jederzeit per Anruf oder E-Mail beraten.

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Julie Ann Chan

Hamburg - London - Wien. Eine kaufmännische Ausbildung gefolgt von einem Jus-Studium und die langjährige Tätigkeit als stellvertretende Chefredakteurin und freie Journalistin sind das berufliche Rüstzeug der DreiKreis-Hausjuristin. Wenn sie gerade keine Verträge schreibt, kocht sie leidenschaftlich gern und schreibt über Essen & Trinken.

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