Im Vorstellungsgespräch punkten: Hardskills, Softskills, und was ziehe ich an?

Julie Ann Chan
29. September 2020

Sie haben erfolgreich ein Bewerbungsgespräch ergattert und fragen sich, wie Sie sich darauf optimal vorbereiten können. In Teil 1 unseres fünfteiligen Guides haben wir Sie in die Welt des Vorstellungsgespräch eingeführt und Ihnen einen Überblick über den Ablauf gegeben. Heute schauen wir uns an, wie relevant Hardskills und Softskills sind, um potenzielle Arbeitgeber*innen/Auftraggeber*innen zu überzeugen und beleuchten, was sonst noch wichtig ist. Dabei teilt DreiKreis-Gründerin und Geschäftsführerin Katharina van Zeller Ihre Erfahrungen aus einer Dekade in der IT-Personalberatung.

Auch in der IT sind Softskills von Vorteil

„Immer wieder werden wir gefragt, wie wichtig in der IT Softskills sind,“ erzählt van Zeller. Dabei kursieren häufig Gerüchte, dass es auf solche persönlichen, sozialen oder methodischen Kompetenzen in dieser Branche nicht weiter ankäme. Solche Verallgemeinerungen unterstreichen das landläufig noch häufig verbreitete Bild vom Entwickler-Nerd.

„Unserer Erfahrung nach stimmt das nur bedingt. Zwar steht die technische Kompetenz uneingeschränkt an erster Stelle. Denn, ohne die entsprechende Expertise wird sich ein Unternehmen nicht für eine*n Bewerber*in entscheiden.“

Trotzdem, ob Kandidat*innen ins Team passen, der sogenannte „Teamfit“, spielt auch eine wichtige Rolle und kann, so van Zeller, sogar bis zu 50 % in die Entscheidung einfließen. Grund zur Sorge besteht aber nicht: „Wir haben nur selten erlebt, dass Kandidat*innen, die technisch überzeugt haben, aufgrund fehlender Softskills nicht genommen wurden.“

Mit Softskills punkten Sie zusätzlich!

Job Interview Teil 2
Katharina van Zeller zeigt: Auf Menschen zugehen kann man lernen! Ein freundliches Lächeln stellt die Weichen für ein erfolgreiches Gespräch. (c) DreiKreis

Offenheit und Augenkontakt – ein guter Einstieg

Gerade der berühmte erste Eindruck hängt von weichen Faktoren ab. Daher empfehlen wir DreiKreis-Bewerber*innen auf ein paar einfache Dinge zu achten: ein Lächeln zur Begrüßung, Augenkontakt mit dem Gegenüber und ein fester Händedruck sind wichtig, um optimal ins Bewerbungsgespräch einzusteigen.

Van Zeller erläutert: „Wenn Sie offen und natürlich wirken, spiegeln Interviewer*innen dies zumeist. So schaffen Sie eine positive Grundhaltung bei den Gesprächspartner*innen. Beziehen Sie beim Augenkontakt sämtliche anwesenden Personen ein, nicht nur die Vorgesetzten, sondern auch die Personalabteilung und Teammitglieder.“

Wir achten beim Vorgespräch mit den DreiKreis-Kandidat*innen auf solche Details und geben hilfreiche Hinweise. Aber auch allein können Sie sich effektiv vorbereiten! Wie wäre es, vor dem Spiegel oder besser noch mit Freunden zu üben? Wichtig: es sollte nicht aufgesetzt wirken, denn Authentizität zu bewahren ist wichtiger als eine gute Figur zu machen. Außerdem würden routinierte Personaler*innen oder Vorgesetzte es ohnehin meist durchschauen.

Authentizität geht vor!

Position und Softskills müssen zueinander passen

Wie viel persönliche und soziale Kompetenzen letztlich gefordert werden, hängt von Unternehmen und Position ab, auf die Sie sich bewerben. Wollen Sie ausschließlich entwickeln und haben keinerlei Kundenkontakt, hängt die Messlatte deutlich niedriger.

„Wir erleben immer wieder, dass auch Bewerber*innen, die selbst für ITler wenig Interesse an sozialem Austausch mitbringen, eingestellt werden, schlicht, weil sie die technischen Anforderungen des Projekts bestens erfüllen,“ so van Zeller. „Für Projektmanager*innen sieht das anders aus. Je größer der Kundenkontakt, je höher die Position in der Hierarchie, desto mehr Wert sollten Sie auf weiche Faktoren legen.“

Auf den „Fit“ kommt es an

„Manche Unternehmen suchen spezifisch nach flexiblen, kommunikativen, dynamischen Personen, die ein agiles Mindset mitbringen.“

Bei DreiKreis machen wir deswegen eine Vorselektion und schicken Bewerber*innen nur zu solchen Kunden, von denen wir uns sicher sind, dass sie passen könnten. Weil uns die Kunden sehr genau mitteilen, was für eine Person sie suchen, können wir meist zutreffend einschätzen, ob nicht nur die technischen Anforderungen, sondern auch die Softskills der Kandidaten*innen passen.
Zudem geben wir Tipps mit auf den Weg, überarbeiten den Lebenslauf, bieten Unterstützung vor dem Bewerbungsgespräch an und bereiten die Kandidaten*innen so vor, dass sie sich zu Hause auch mental auf das Gespräch einstellen können. Außerdem sind wir idealerweise beim Interview dabei und können im Notfall helfend eingreifen.

Folgenden Tipp geben wir unseren Kandidaten*innen, die sich auf Positionen bewerben, bei denen Softskills gefragt sind: Überlegen Sie sich schon vor dem Gespräch, durch welche anschaulichen Beispiele Sie Teamfähigkeit, Führungsqualitäten, Überzeugungs- und Durchsetzungskraft und Dynamik bzw. Agilität nachweisen können.

T-Shirt und Jeans oder Anzug und Krawatte?

Es ist bekannt, dass in der IT-Branche andere Regeln zur Kleidung gelten als zum Beispiel in einer Bank. Trotzdem, im äußeren Erscheinungsbild sollte sich die angestrebte Position widerspiegeln. „Zu einem Interview geht man immer eine Spur gepflegter und gestriegelter als jeden Tag ins Büro, das zeigt, dass der Termin wichtig ist“ erklärt van Zeller und fügt hinzu: „Wir achten darauf, dass die Bewerber*innen sowohl den Kunden*innen als auch der Position entsprechend gekleidet sind.“

Job Interview Teil 2
Authentisch sein ist wichtig – Respekt zollen auch. Zeigen Sie, dass Sie das Gespräch ernst nehmen. (c) DreiKreis

Wo für Entwickler*innen eine saubere, heile Jeans und ein frisches Shirt ausreichen mögen, brauchen Projektmanager*innen wenigstens Stoffhose, Hemd und Sakko bzw. Blazer und Bluse. Dabei wird von den Unternehmen nur selten Anzug mit Krawatte oder ein ganzes Kostüm gefordert. Da wir die Kandidaten*innen vorab kennenlernen und wissen, welchen Wert Kund*innen auf das Äußere legt, geben wir rechtzeitig Hinweise dazu.

Achten Sie auf eine gepflegte Erscheinung!

Lesen Sie im dritten Teil unserer Serie zum Bewerbungsgespräch, welchen Stellenwert ein flexibles Mindset einnimmt und was sich hinter dem Schlagwort Agilität verbirgt.

Wollen Sie noch mehr Tipps, um sich auf Ihr bevorstehendes Jobinterview vorzubereiten? DreiKreis-Geschäftsführerin und Expertin Katharina van Zeller hat Tipps parat.
Lesen Sie hier alle Ratgeber zu unserer Serie zum Bewerbungsgespräch.

Teil 3: Agilität? Was ist das und wann brauche ich das.



Julie Ann Chan

Hamburg - London - Wien. Eine kaufmännische Ausbildung gefolgt von einem Jus-Studium und die langjährige Tätigkeit als stellvertretende Chefredakteurin und freie Journalistin sind das berufliche Rüstzeug der DreiKreis-Hausjuristin. Wenn sie gerade keine Verträge schreibt, kocht sie leidenschaftlich gern und schreibt über Essen & Trinken.

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