Softwareentwicklerinnen sind eine Seltenheit – noch! Ein Interview mit Softwareentwicklerin Veronika Rybakova

Katharina van Zeller
16. Juni 2017

Aktuelle Studien belegen es: Frauen stellen noch immer einen geringen Anteil der dringend gesuchten Entwickler. Dabei haben sich die Beschäftigten in dieser Branche längst aus dem Image des Nerds heraus entwickelt.

Dreikreis hat für euch mit IT – Expertin Veronika Rybakova über ihre Erfahrung als Frau in einer (bisher) männlich geprägten Industrie gesprochen.

Seit 6 Jahren arbeitet Veronika als Entwicklerin in der IT Branche. Nachdem sie ihren Abschluss in Informatik an der weißrussischen Staatsuniversität für Informatik und Radioelektronik abgeschlossen hatte, arbeitete sie jeweils zweieinhalb Jahre lang für verschiedene Unternehmen in Weißrussland. Für SoftwareentwicklerInnen sind das verhältnismäßig lange Zeiträume, sind doch viele Jobs projektbasiert.

Veronika arbeitet gern in einem von Männern geprägten Umfeld und schätzt den Umgang mit ihren Kollegen. Schon zu Studienzeiten gewöhnte sie sich daran, einer der wenigen Frauen in ihrem Feld zu sein. „Weniger als 15 % der Informatik Studenten an meiner Universität waren Frauen,“ erzählt Veronika und fügt hinzu „wir waren eine Seltenheit. Aber es hat mir nichts ausgemacht, denn mich hat das Fach total interessiert. Zudem arbeite ich einfach gern unter Männern,“ sagt sie und lacht, „die meisten sind gerade heraus und open-minded. Ich werde als Frau nicht anders behandelt, das gefällt mir gut. Es kommt nur auf deine Fähigkeiten und die Persönlichkeit an.“

Vor 8 Monaten kam Veronika aus Weißrussland nach Wien, um für die Vereinten Nationen als Senior Software – Entwicklerin zu arbeiten und eine Web Applikation zu entwickeln, die Nutzern ermöglicht, Reisedokumente und –pläne zu erstellen. Die Stadt Wien und die hohe Lebensqualität hier gefiel ihr und sie beschloss zu bleiben. Derzeit sucht nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Dabei stieß sie über das Portal LinkedIn auf Dreikreis.

„Für mich war es eine spannende Situation in einem anderen Land zu arbeiten und Berufserfahrung in einem völlig neuen Umfeld zusammen,“ erzählt Veronika. Dabei sei die Wahl wegen des guten Job-Angebots auf Österreich gefallen. Softwareentwicklerinnen werden nach ihrer Erfahrung gegenüber deren männlichen Kollegen nicht benachteiligt, das gelte im nationalen wie im internationalen Umfeld, sowohl im Weißrussland als auch in Österreich und bei den Vereinten Nationen.

„Softwareentwicklung,“ so Veronika, „fasziniert mich über den Berufsalltag hinaus, weil es mich immer wieder intellektuell herausfordert. Jeden Tag lerne ich etwas Neues, entwickle kontinuierlich neue Fähigkeiten. Das ist essenziell, da ich sonst sehr schnell den Anschluss verliere. Die schnelle Entwicklung von neuen Technologien macht großen Spaß. Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen!“ Sie habe viel Erfahrung im Bereich Web-Development, MSSQL, net, JavaScript und frameworks sowie Typescript. Für ihren nächsten Job wünsche sie sich ein spannendes Projekt, mit herausfordernden Aufgaben und viel Potenzial, Neues zu lernen.

Ich frage, ob es von Vorteil ist, eine von wenigen Frauen in der IT-Branche zu sein? Veronika zögert und antwortet dann, dass sie diese Erfahrung nicht gemacht hat. Trotzdem, Fakt ist: Große IT-Unternehmen suchen händeringend weibliche Softwareentwicklerinnen und tun viel, um mehr Frauen einzustellen. Eine Gemeinschaftsstudie des Centre of Human Resources Information Systems der Universität Bamberg, der German Graduate School of Management and Law in Heilbronn und der Stellenbörse Monster in Deutschland hat ergeben, dass weniger als 10 % der Beschäftigten in der IT Frauen sind. Und auch die Anzahl der Bewerberinnen auf Stellenausschreibungen von 37 der Top-300-Unternehmen aus der deutschen IT- Welt, die für die Studie „Recruiting Trends 2017“ befragt wurden, liegt mit rund 17 % nur knapp darüber. Dies sieht in Österreich ähnlich aus. Abschließend hat Veronika noch einen Tipp für Mädchen, die sich für IT interessieren: „Dein Geschlecht spielt in dieser Branche keine Rolle und wenn du den Wunsch hast, dir in der IT Welt einen Platz zu suchen, dann wirst du das tun. Ein gutes Verständnis von algorithm und data structures ist wichtig, Eigeninitiative, Übung und Wissensdurst auch. Im Bezug auf meine männlichen Kollegen kann ich nur sagen, dass sie sehr nett und stets hilfsbereit sind!“

Wir von DreiKreis sind laufend auf der Suche nach Softwareentwicklerinnen und machen sehr gute Erfahrungen mit der Vermittlung von weiblichen IT-Expertinnen.

Suchst auch du eine neue Herausforderung? Dann schick uns deine Unterlagen. Wir freuen uns darauf, von dir zu hören!


Katharina van Zeller

Geboren in Wien, aufgewachsen in Wien und Hamburg, ist Co-Founderin Katharina neben der Geschäftsführung für Sales zuständig. Privat ist Katharina eine leidenschaftliche Karateka, Musikerin und vor allem eine Leseratte.

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