Virtuell den Job ergattern – ein Guide zum Interview per Video

Julie Ann Chan
27. Mai 2020

Große Teile unseres Lebens finden derzeit nur virtuell statt – Arbeit allem voran. Aber manche hat das Coronavirus leider den Job gekostet. Wenn auch Sie gerade jetzt eine neue Herausforderung suchen, sollten Sie auf Vorstellungsgespräche per Videotelefonie eingestellt sein. Aber keine Sorge: Mit guter Vorbereitung und ein bisschen Übung gelingen auch Videointerviews.

In diesem Guide haben wir unsere Tipps zusammengestellt. Während DreiKreis Key Account Manager, Veronika Demiri, bei Ihrer Vorbereitung hilft, teilt unser DreiKreis Video Producer und IT Admin, Oday Aubaidy, seine Erfahrung mit der Technik.

Technik als Voraussetzung

Neben allgemeinen Tipps und Tricks für das Jobinterview gibt es bei der virtuellen Vorstellung einige zusätzliche Herausforderungen zu beachten. Technologie ist eine davon. Diese sollte schon im Vorfeld optimal aufgestellt sein.
Sobald Sie die aktuelle Version der Software auf dem Computer haben, brauchen Sie ein professionelles Benutzerkonto, angemessenes Profilbild und Benutzername inklusive. Und notieren sie sich das Passwort. 🙂

Zudem empfehlen wir, die verfügbaren Funktionen kennen zu lernen, denn sicherer Umgang mit der Technologie ermöglicht ihnen ein störungsfreies Interview. Beginnen Sie mit einfachen, wie der Stummtaste. Interessant sind auch Screen-Sharing (falls Sie Arbeitsdokumente teilen wollen), Live Code Environment bei Skype (zum Programmieren während des Gesprächs), Interview Recording und Privacy Settings. Oder wie wär‘s mit Background Blur bei Skype oder Teams?

Video Producer, Oday Aubaidy, rät, einen Testlauf durchzuführen, am besten rechtzeitig, sodass Fehlerquellen ausgebügelt werden können. „Besonders wichtig ist natürlich eine stabile Internetverbindung, dabei ist WLAN mobilen Daten vorzuziehen,“ erklärt er. Für den Fall, dass Sie nicht allein leben: bitten Sie Ihre Mitwohnenden für die Dauer Ihres Gesprächs nicht zu streamen oder große Datenmengen herunterzuladen.

Qualität von Video und Sound sind besonders wichtig für ein erfolgreiches virtuelles Interview. Für ein optimales Set-up hat Oday seine beträchtliche Erfahrung in der Videoproduktion für Sie zusammengestellt:

„Obwohl die Qualität von Video-Chats am Telefon heute sehr gut ist“, fährt er fort, „empfehle ich, einen Computer zu nutzen. Sie können Ihre Interviewpartner*innen besser sehen – und Mimik und Körpersprache lesen. Außerdem verwackelt das Video mit dem Smartphone schnell und wir tendieren dazu, das Telefon in einem ungünstigen Winkel zu halten“. Sollten Sie dennoch Ihr Telefon nutzen müssen, legen Sie es stabil und auf Augenhöhe ab.

Beim Vorstellungsgespräch sollten alle Fenster, Tabs, Apps und Mitteilungen auf Ihrem Gerät ausgeschaltet sein, kein Download im Hintergrund laufen. Haben Sie das Gerät vollständig geladen, wo haben Sie die beste Verbindung? Um Notizen zu machen ziehen wir Papier und Stift vor – Tippen auf der Tastatur stört das Gespräch. Und für den Fall, dass Technologie mal nicht funktioniert sollten Ihre Interviewpartner*innen rechtzeitig eine aktuelle Telefonnummer von Ihnen haben.

Übung und professionelles Auftreten

Vorbereitung ist wichtig, sowohl in Bezug auf Technologie als auch Sie selbst! Key Account Manager, Veronika Demiri, empfiehlt: „Lassen Sie sich nicht von Ihrer vertrauten Umgebung verführen, das Gespräch auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn überhaupt müssen Sie jetzt noch professioneller auftreten als sonst.“

Wie wäre es, Familie und Freunde zu bitten, mit Ihnen ein virtuelles Interview zu üben? Oder nehmen Sie zur Probe ein Video von sich selbst auf. „Körpersprache und Stimme,“ erklärt sie, „sind besonders wichtig, wenn andere Eindrücke wegfallen. Sie können Interesse signalisieren, indem Sie aufrecht sitzen, sich leicht vorlehnen, während sich hinzulümmeln vom Gegenteil spricht. Auf Augenkontakt achten! Sie sollten wenigstens beim Sprechen in die Kamera, nicht auf den Bildschirm schauen,“ fügt sie hinzu. „Und denken sie daran, zu lächeln.“

„Das Vorstellungsgespräch Zuhause ist keine Entschuldigung für unprofessionelle Kleidung,“ sagt unsere Key Account Managerin. „Ein bisschen schicker als im Büro sollte es sein. Aber ob Sie einen Anzug oder ein Kostüm tragen sollten, hängt von der Position ab, auf die Sie sich bewerben. Die Anforderung an Projektmanager sind regelmäßig höher als die an Entwickler*innen. Aber auch dann ist ein sauberes, schlichtes, gebügeltes Shirt, möglichst ohne Aufschrift angebracht.“

Bedenken Sie, dass auch Ihre Umgebung der Situation angemessen sein sollte: „Niemand möchte, dass die zukünftigen Arbeitgeber Unordnung und Chaos sehen, denn die häuslichen Umstände lassen Rückschlüsse auf Ihre Arbeitsweise zu“, warnt Veronika. Am besten seien neutrale Hintergründe, zum Beispiel Wände, wo der Gesprächspartner nicht von Ihrem Gesicht und der Unterhaltung abgelenkt wird.

Virtuell den Job ergattern
Account Manger Veronika Demiri rät, nicht auf Körpersprache und Stimme zu vergessen.

Zuhause allein und doch sichtbar

Sie sind gut vorbereitet und freuen sich auf Ihr Gespräch. Wenn Sie eine Viertelstunde früher online und bereit sind, können Sie die Technik noch mal checken und lassen zudem überpünktliche Personaler nicht warten. Wir empfehlen, vorab Lebenslauf, Stellenausschreibung und eventuelle Fragen auszudrucken und bereit zu legen.

„Während des Interviews sollten Sie mehr denn je auf grundlegende Höflichkeitsregeln achten“, betont Veronika. „Es geschieht schnell im Video-Chat, dass man die Sprecher*innen unterbricht. Aber gerade beim Jobinterview sollte Ihnen das möglichst nicht passieren. Wenn Sie von mehreren Personen interviewt werden, beziehen Sie jeden mindestens einmal direkt ein.“ Durch Nicken und Lächeln beim Zuhören zeigen Sie, dass sie aufmerksam am Gespräch teilnehmen: „Denn ganz allein zu Hause vergisst man schnell, dass man für andere sichtbar ist.“

Follow-up

Unsere Account Managerin empfiehlt im Anschluss an das Gespräch, jedenfalls innerhalb der nächsten paar Tage, eine E-Mail an die Gesprächspartner zu schicken. „So nutzen Sie eine zusätzliche Möglichkeit, sich noch einmal zu bedanken und zu betonen, warum gerade Sie für diesen Job in diesem Unternehmen geeignet sind.“


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Julie Ann Chan

Hamburg - London - Wien. Eine kaufmännische Ausbildung gefolgt von einem Jus-Studium und die langjährige Tätigkeit als stellvertretende Chefredakteurin und freie Journalistin sind das berufliche Rüstzeug der DreiKreis-Hausjuristin. Wenn sie gerade keine Verträge schreibt, kocht sie leidenschaftlich gern und schreibt über Essen & Trinken.

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